Hobbydrechseln ist eine faszinierende Freizeitbeschäftigung, die aktuell zunehmend beliebter wird. Die Nachfrage nach Drechselkursen überrascht uns immer wieder, und regelmäßig treten Kursteilnehmer unserem Verein bei, um ihren ersten Schritten weitere folgen zu lassen.

Einer der Gründe dafür: Drechseln ist ein Handwerk, das mit Holz als ursprünglichem, unverfälschtem Ausgangsmaterial einen ganz engen Bezug zur Natur bietet. Von frischgeschlagen und saftstrotzend bis zu pilzbefallen, gestockt … vom eher unauffälligen Aussehen des Ahorns bis zum starken Kontrast von Splint- und Kernholz beim Goldregen, der markanten Jahresringmaserung bei der Robinie oder den Wolkenstrukturen bei Maserknollen … vom weichen Lindenholz zum sehr harten Holz der Hainbuche … oder vom fasrigen Zedernholz zum sehr feinen, dichten Holz des Buchsbaums. Naturholz bietet immer neue Herausforderungen mit unterschiedlichsten Verläufen der Holzfasern, mit Ästen, Rindeneinschlüssen und Holzlücken.
Und für viele Hobbydrechsler lautet das Ziel: So nahe an der Natur bleiben wie möglich.
Der zweite Grund: Vermittelt nur durch das Drechseleisen und durch Augen und Gehör wird die Bearbeitung des Werkstücks zu einer direkten, fesselnden Erfahrung. Die Eigenheiten des Holzwerkstücks sind unmittelbar mit den Händen und Armen zu spüren … und müssen in der Werkzeugführung berücksichtigt werden. Drechseln erfordert ein Zusammenspiel von direkter körperlicher Wahrnehmung, Sehen und Hören … und Korrekturen durch das Gehirn bei der Steuerung des Werkzeugs.

Hinzu kommen noch aromatische Holzgerüche … etwa bei Lärche, Wachholder, Zeder oder gar Zirbe – ein Erlebnis für alle Sinne.
(Bilder: aktuelle Ausstellungsobjekte von Hans-Jürgen Lindenthal)
